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Pflege und Reparatur: Stühle lange erhalten
Mit der richtigen Pflege halten Stühle deutlich länger. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du Holz, Polster und Beschläge pflegst.

Ein gut gepflegter Stuhl hält oft viele Jahre länger als einer, der ohne Rücksicht auf sein Material behandelt wird. Die richtige Pflege hängt stark davon ab, aus welchem Material Gestell und Bezug bestehen und wie stark der Stuhl im Alltag beansprucht wird. Diese Anleitung fasst die wichtigsten Schritte für die gängigsten Materialien zusammen.
Auch kleinere Reparaturen lassen sich oft selbst erledigen, etwa ein wackelndes Stuhlbein oder eine ausgeleierte Schraube. Wer regelmäßig kontrolliert, entdeckt solche Probleme meist, bevor sie größer werden.

01
Holz ölen und lackieren
Geöltes Holz, wie es oft bei Buche oder Eiche verwendet wird, nimmt Feuchtigkeit und Flecken leichter auf als lackiertes Holz, lässt sich aber einfacher auffrischen. Für die Pflege reicht meist ein feuchtes Tuch für den Alltag, dazu in größeren Abständen eine dünne Schicht Pflegeöl, die nach dem Trocknen mit einem weichen Tuch poliert wird. Lackiertes Holz ist widerstandsfähiger gegenüber Feuchtigkeit und benötigt in der Regel keine Ölpflege, sollte aber vor scharfen Reinigungsmitteln und Scheuerschwämmen geschützt werden, da sie die Lackschicht angreifen können.
Kleine Kratzer in geöltem Holz lassen sich oft unauffällig ausbessern, indem die betroffene Stelle leicht angeschliffen und erneut geölt wird. Bei lackiertem Holz ist das schwieriger, hier hilft es meist nur, die betroffene Stelle vollständig neu zu behandeln, wenn der Kratzer bis auf das Holz reicht.
02
Polster reinigen nach Bezugsart
Bevor du einen Polsterbezug reinigst, lohnt sich ein Blick auf das Pflegeetikett, falls vorhanden, da sich empfohlene Reinigungsmethoden je nach Material stark unterscheiden. Glatte Stoffbezüge lassen sich meist regelmäßig absaugen und bei Flecken vorsichtig mit einem feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel behandeln, dabei nie zu stark reiben, damit sich der Fleck nicht weiter im Gewebe verteilt. Samt und Bouclé reagieren empfindlicher auf Feuchtigkeit und Reibung, hier hilft oft vorsichtiges Absaugen mit einer weichen Bürste sowie punktuelles Betupfen statt Reiben. Mikrofaser lässt sich in der Regel unkompliziert mit Wasser und mildem Reinigungsmittel behandeln und trocknet vergleichsweise schnell. Ausführlichere Tipps findest du im Artikel Stühle reinigen und pflegen.
Bei frischen Flecken gilt allgemein: Je schneller du reagierst, desto besser lässt sich der Fleck meist entfernen, bevor er tiefer in das Gewebe einzieht. Tupfe die Stelle vorsichtig von außen nach innen ab, damit sich der Fleck nicht weiter ausbreitet, und teste ein neues Reinigungsmittel vorher an einer unauffälligen Stelle.
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03
Leder pflegen
Echtleder sollte regelmäßig entstaubt und gelegentlich mit einem für das jeweilige Ledertyp geeigneten Pflegemittel behandelt werden, damit es geschmeidig bleibt und nicht austrocknet oder reißt. Direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeit kann Leder ausbleichen lassen, ein Standort mit wechselndem Licht ist daher oft schonender. Kunstleder lässt sich meist einfach mit einem feuchten Tuch abwischen, auf aggressive Lösungsmittel sollte aber verzichtet werden, da sie die Oberfläche angreifen können.
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04
Geflecht pflegen
Wiener Geflecht und ähnliche Rohrgeflechte vertragen normale Raumluft gut, reagieren aber empfindlich auf dauerhafte Feuchtigkeit und direkte Heizungsnähe, die das Material spröde machen kann. Gelegentliches vorsichtiges Absaugen mit einer weichen Düse entfernt Staub aus den Zwischenräumen. Polyrattan für den Außenbereich lässt sich in der Regel mit Wasser und einem weichen Schwamm reinigen und sollte vor der Lagerung im Winter trocken sein, damit sich kein Schimmel bildet.
Wenn sich Wiener Geflecht mit der Zeit etwas ausleiert und durchhängt, kann leichte Feuchtigkeit von der Rückseite und anschließendes Trocknen an der Luft das Material manchmal wieder etwas straffen. Bei stärkeren Schäden, etwa gerissenen Fasern, ist häufig eine fachgerechte Neubespannung die dauerhaftere Lösung.
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05
Wackelnde Stühle leimen und Schrauben nachziehen
Ein wackelnder Stuhl aus Holz hat häufig eine gelockerte Verbindung an einer der Zapfen- oder Dübelverbindungen. In vielen Fällen lässt sich die Verbindung lösen, alte Leimreste vorsichtig entfernen, neuer Holzleim auftragen und die Verbindung anschließend mit einer Schraubzwinge fixieren, bis der Leim vollständig ausgehärtet ist. Bei Stühlen mit Schraubverbindungen, etwa an Beinen oder Armlehnen, hilft es oft schon, alle Schrauben der Reihe nach nachzuziehen, da sich diese durch Bewegung über die Zeit lösen können.
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06
Gleiter, Rollen und Gasfeder tauschen
Abgenutzte Filzgleiter unter den Stuhlbeinen schützen nicht nur den Boden, sondern sorgen auch für einen stabileren Stand, sie lassen sich meist einfach austauschen, indem die alten Gleiter entfernt und neue passende Gleiter eingesetzt oder aufgeklebt werden. Bei Bürostühlen nutzen sich Rollen mit der Zeit ab, harte Rollen eignen sich eher für Teppichboden, weiche Rollen für harte Böden, mehr dazu im Lexikoneintrag Harte und weiche Rollen. Auch eine Gasdruckfeder lässt sich bei vielen Bürostühlen austauschen, wenn sie nicht mehr richtig hält oder absackt, passende Ersatzteile richten sich nach der Bauform des jeweiligen Stuhls. Ausführlichere Schritte für größere Reparaturen findest du im Artikel Stuhl reparieren und neu beziehen.
Beim Austausch von Rollen oder Gasdruckfeder lohnt es sich, vorher die genauen Maße und den Anschlussdurchmesser zu notieren, damit das Ersatzteil auch tatsächlich passt. Viele Bürostühle folgen zwar gängigen Normmaßen, es gibt aber auch abweichende Bauformen, bei denen sich ein genauer Blick vor dem Kauf lohnt.
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07
Stühle richtig lagern
Wenn Stühle über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden, etwa Gartenstühle im Winter, lohnt sich ein trockener, überdachter Lagerort. Feuchtigkeit begünstigt bei Holz und Geflecht Verformungen und bei Metall Korrosion, weshalb ein Abdecken oder das Verstauen in einem Schuppen oder Keller die Lebensdauer verlängern kann. Vor dem Einlagern sollten Stühle zudem vollständig trocken und grob gereinigt sein.
08
Regelmäßige Kontrolle als Vorbeugung
Viele größere Reparaturen lassen sich vermeiden, wenn Stühle in regelmäßigen Abständen kurz kontrolliert werden. Ein kurzer Griff an Verbindungen, ein Blick auf die Gleiter und ein Wackeltest reichen meist aus, um Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie größer werden und aufwendiger zu beheben sind.
| Material oder Teil | Empfohlene Pflege |
|---|---|
| Geöltes Holz | feucht abwischen, gelegentlich nachölen |
| Lackiertes Holz | feucht abwischen, keine Scheuermittel |
| Stoffbezug | regelmäßig absaugen, Flecken vorsichtig betupfen |
| Samt, Bouclé | weiche Bürste, keine starke Reibung |
| Echtleder | entstauben, geeignetes Lederpflegemittel |
| Geflecht | vorsichtig absaugen, Heizungsnähe vermeiden |
| Filzgleiter | bei Abnutzung austauschen |
09
Wann sich professionelle Hilfe lohnt
Nicht jede Reparatur lässt sich gleich gut in Eigenregie erledigen. Bei größeren Rissen im Holz, stark beschädigtem Geflecht oder wenn mehrere Verbindungen gleichzeitig locker sind, kann eine Werkstatt oder ein Polsterer die sicherere Wahl sein, besonders wenn der Stuhl einen hohen ideellen oder materiellen Wert hat. Auch beim Neubeziehen von Polstern mit anspruchsvollen Stoffen wie Leder ist handwerkliche Erfahrung oft von Vorteil, damit Nähte sauber und dauerhaft halten.
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Häufige Fragen
Wie oft sollte ich Holzstühle ölen?
Das hängt von Nutzung und Standort ab, ein Blick auf die Oberfläche zeigt meist, wann sie trocken oder stumpf wirkt und eine neue Schicht Öl gut tun würde.
Kann ich Polster selbst reinigen?
Bei den meisten Materialien ist eine vorsichtige Reinigung möglich, bei empfindlichen oder stark verschmutzten Bezügen lohnt sich im Zweifel professionelle Hilfe.
Was tun bei einem wackelnden Stuhl?
Meist hilft das Nachziehen von Schrauben oder das Nachleimen gelockerter Holzverbindungen, wie im Abschnitt oben beschrieben.
Wie lange halten Rollen an einem Bürostuhl?
Das hängt stark vom Bodenbelag und der täglichen Nutzung ab, bei sichtbarem Verschleiß oder ungleichmäßigem Rollen lohnt sich ein Austausch.
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